Was sind Zikaden und warum sind sie ein Problem?
Zikaden sind kleine, oft unscheinbare Insekten, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Während das Zirpen einiger großer Arten bekannt ist, bleiben die meisten der über 600 Arten in Deutschland unbemerkt – bis die Schäden sichtbar werden. Das Hauptproblem bei Zikaden im Garten ist ihre Saugtätigkeit. Sie entziehen den Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe, was zu gelben oder braunen Flecken, verkrüppelten Blättern und geschwächtem Wachstum führt. Einige Arten, wie die berüchtigte Rhododendronzikade, übertragen zudem Pilzkrankheiten, die Knospen absterben lassen.
Häufige Zikadenarten im deutschen Garten
Nicht jede Zikade ist ein Schädling, doch einige Arten verursachen erhebliche Probleme. Zu den häufigsten Übeltätern zählen:
- Rhododendronzikade: Hauptverantwortlich für die Übertragung der Knospenbräune bei Rhododendren.
- Schaumzikaden: Ihre Larven leben in auffälligen Schaumnestern ("Kuckucksspeichel"). Sie schädigen eine Vielzahl von Pflanzen.
- Grünes Heupferd (fälschlich oft als Zikade wahrgenommen): Obwohl oft im gleichen Atemzug genannt, gehört es zu den Heuschrecken, kann aber ebenfalls an Pflanzen knabbern.
Das Erkennen der spezifischen Art kann bei der Wahl der richtigen Bekämpfungsstrategie für Zikaden im Garten helfen.
Anzeichen für einen Befall durch Zikaden erkennen
Ein Befall durch Zikaden lässt sich oft an charakteristischen Symptomen erkennen, noch bevor Sie die Tiere selbst entdecken:
- Helle Sprenkelung: Kleine, gelbliche oder weiße Punkte auf den Blattoberseiten sind ein typisches Zeichen für Saugschäden.
- Honigtau: Ein klebriger, zuckerhaltiger Belag auf Blättern und unter der Pflanze. Er wird von den Zikaden ausgeschieden.
- Rußtaupilze: Auf dem Honigtau siedelt sich oft ein schwarzer Pilzbelag an, der die Photosynthese der Pflanze behindert.
- Schaumnester: Die bereits erwähnten "Kuckucksspeichel"-Nester sind ein eindeutiges Indiz für Larven von Schaumzikaden.
Effektive Methoden zur Bekämpfung von Zikaden im Garten
Glücklicherweise gibt es mehrere wirksame Methoden, um die Plagegeister in den Griff zu bekommen.
Natürliche Fressfeinde fördern
Der einfachste und umweltfreundlichste Weg ist die Förderung natürlicher Gegenspieler. Vögel, Spinnen, Raubwanzen, Marienkäfer und Florfliegenlarven ernähren sich von Zikaden. Schaffen Sie Nistmöglichkeiten und Lebensräume, um diese Nützlinge in Ihrem Garten anzusiedeln.
Hausmittel und biologische Spritzmittel
Bei einem leichten bis mittleren Befall mit Zikaden im Garten können einfache Mittel helfen:
- Wasserstrahl: Ein scharfer Wasserstrahl von einem Gartenschlauch kann viele Zikaden von den Pflanzen spülen.
- Seifenlauge: Eine Mischung aus Wasser und Kaliseife (Schmierseife) kann auf die betroffenen Pflanzen gesprüht werden. Dies schädigt die Zellmembran der weichhäutigen Insekten.
- Neemöl: Produkte auf Basis von Neemöl stören den Lebenszyklus der Zikaden und wirken fraßhemmend. Wenden Sie es gemäß der Packungsanleitung an.
Vorbeugende Maßnahmen: So halten Sie Zikaden fern
Prävention ist der beste Schutz. Gesunde, kräftige Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge. Sorgen Sie für eine ausgewogene Düngung und eine gute Wasserversorgung. Eine Mulchschicht kann den Zikaden die Eiablage im Boden erschweren. Vermeiden Sie außerdem Monokulturen und fördern Sie die Artenvielfalt in Ihrem Garten, um ein gesundes Ökosystem zu schaffen, das Schädlinge wie die Zikaden im Garten natürlich reguliert.