Lavamehl, oft auch als Urgesteinsmehl bekannt, ist ein wahrer Alleskönner im biologischen Gartenbau. Während viele Gärtner es einfach in den Boden einarbeiten, bietet das Lavamehl stäuben ganz spezifische Vorteile, insbesondere bei der direkten Schädlingsabwehr und der Blattstärkung. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese Technik meistern und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.
Warum sollte man Lavamehl stäuben?
Die Anwendung von Gesteinsmehl durch Bestäuben hat eine doppelte Wirkung. Zum einen dient das feine Pulver als physikalische Barriere gegen Schädlinge, zum anderen gelangen wichtige Spurenelemente direkt auf die Blattoberfläche.
Wenn Sie Lavamehl stäuben, legen Sie einen feinen Film über die Blätter der Pflanze. Dieser Film wirkt auf verschiedene Weise:
- Austrocknung: Die feinen Partikel entziehen weichhäutigen Insekten wie Blattläusen oder der Roten Spinne Feuchtigkeit.
- Atemwegsblockade: Der Staub setzt die Tracheen (Atemöffnungen) der Schädlinge zu.
- Geschmacksveränderung: Die Pflanzen schmecken für Fressfeinde weniger attraktiv.
- Pilzhemmung: Durch das alkalische Milieu auf dem Blatt (pH-Wert-Erhöhung) wird die Ausbreitung von Pilzsporen wie Mehltau erschwert.
Die richtige Technik: Wie wendet man es an?
Damit das Lavamehl stäuben den gewünschten Erfolg bringt und weder Pflanze noch Umwelt belastet, ist die korrekte Vorgehensweise entscheidend.
1. Der optimale Zeitpunkt
Der beste Zeitpunkt für die Anwendung ist ein windstiller Morgen oder Abend. Vermeiden Sie pralle Mittagssonne, da der Staub in Kombination mit intensiver UV-Strahlung zu Verbrennungen auf den Blättern führen kann (Linseneffekt). Idealerweise sind die Blätter noch leicht taufeucht, damit das Pulver besser haftet.
2. Die Ausrüstung
Sie benötigen keine teuren Maschinen. Für kleine Flächen reicht oft ein altes Küchensieb oder eine Puderquaste. Für größere Beete oder Bäume empfiehlt sich ein spezieller Pulverzerstäuber (Stäubegerät). Dies gewährleistet, dass Sie das Lavamehl stäuben können, ohne Klumpen zu bilden. Eine feine Verteilung ist der Schlüssel zum Erfolg; die Pflanzen sollten nur "bepudert" und nicht "paniert" aussehen.
3. Was ist zu beachten?
- Atemschutz: Urgesteinsmehl ist extrem fein. Tragen Sie beim Lavamehl stäuben unbedingt eine Staubmaske, um Ihre Atemwege zu schützen.
- Dosierung: Weniger ist oft mehr. Eine hauchdünne Schicht ist völlig ausreichend.
- Blütezeit: Seien Sie vorsichtig während der Blütezeit. Bienen und andere Bestäuber könnten durch den Staub irritiert werden. Wenden Sie das Mehl in dieser Phase am besten nur im unteren Bereich der Pflanze oder direkt auf dem Boden an.
Gegen welche Schädlinge hilft das Stäuben?
Besonders effektiv ist die Methode gegen:
- Blattläuse: Sie werden mechanisch gehindert und vertrocknen.
- Erdflöhe: Diese meiden bestäubte Pflanzen sofort.
- Kartoffelkäfer: Larven werden in ihrer Entwicklung gestört.
- Schnecken: Eine Barriere aus Lavamehl um das Beet kann empfindliche Nasen abschrecken, da der Staub an der Sohle haftet und austrocknend wirkt.
Lavamehl als Bodenverbesserer nach dem Regen
Ein positiver Nebeneffekt beim Lavamehl stäuben ist, dass der nächste Regen das Pulver von den Blättern in den Boden wäscht. Dort entfaltet es seine zweite Wirkung: Es remineralisiert den Boden mit Eisen, Magnesium und Kieselsäure. Dies verbessert die Krümelstruktur und erhöht die Wasserhaltefähigkeit. Sie schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe: akuter Pflanzenschutz oben und langfristige Bodengesundheit unten.
Häufigkeit der Anwendung
Wiederholen Sie den Vorgang alle 10 bis 14 Tage oder nach starken Regenfällen, welche den Schutzfilm abgewaschen haben. Bei akutem Schädlingsbefall kann das Lavamehl stäuben auch in kürzeren Abständen erfolgen, bis die Plagegeister verschwunden sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese alte Gärtnermethode eine wunderbare Alternative zu chemischen Spritzmitteln darstellt. Sie ist günstig, ungiftig für Haustiere und fördert langfristig die Gesundheit Ihres Gartens.